Die Anthroposophie R. Steiners entstammt ebenfalls der Mental-Kausalebene (Weisheitshimmel). Seine Schilderungen beinhalten - ähnlich wie die Theosophie - die Entwicklung des herab transformierten Kosmos und des Menschen innerhalb desselben. Davon abgeleitet gab er viele praktische Anleitungen im politisch-sozialen, erzieherischen, landwirtschaftlichen und medizinischen Bereich. Diese praktischen Konsequenzen aus seiner esoterischen Lehre waren ihm eminent wichtig.

Steiners lobenswertes Anliegen war es, eine Verbindung von Glauben und Wissen in Angriff zu nehmen und insbesondere die materialistische Wissenschaft zu vergeistigen, ja zu durchchristlichen.
Physis - Bios - Psyche - Pneuma war das Interpretationsmodell des Physikers Burkhard Heim, diesbezüglich besteht eine Analogie zu den Lehren Steiners womit eine neue Verbindung von Wissenschaft und Reliogion erahnt werden kann. (Siehe auch: www.heim-theory.com
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Anders als Frau Blavatsky, die ihre Weisheiten von geistigen Meistern, teils telepathisch, teils schriftlich übermittelt bekam, konnte sich Rudolf Steiner in den geistigen Welten bewegen und in der sog. Akashachronik, der kosmischen Bibliothek, lesen. Er war also in der Lage, das von ihm geoffenbarte Geistesgut sich selbst anzueignen, worauf er ausdrücklich hingewiesen hat. Im Gegensatz zur Theosophie versuchte Steiner die Bedeutung der Inkarnation Christi für die Erden- und kosmische Entwicklung herauszuarbeiten, was ihm infolge seiner nur kosmischen Sichtweise nicht in letzter Tiefe gelingen konnte.

Steiners große Stärke, sich willentlich vom Körper zu lösen, in den geistigen Welten sich zu bewegen, sowie in der sog. Akashachronik lesen zu können, erweist sich in Hinsicht auf seine Aussagen über Gott und die Trinität als ebenso große Schwäche. Es ist schlechterdings unmöglich, zu Gott quasi wie zu einem Kumpel hinzugehen, ihm auf die Schulter zu klopfen und ihm zu sagen, nun laß mal sehen, wer du bist und wie du aussiehst. Ebensowenig kann aus der im herabtransformierten Kosmos zugänglichen Akashachronik ein Aufschluß über das Wesen Gottes oder des Logos oder Jesu Christi gewonnen werden. Da Steiner nur beschreiben wollte, was er selbst gesehen bzw. in der Akashachronik gelesen hat, so beinhalten seine Schilderungen eine solche - in diesem Punkt - problematische Verfahrensweise. Diesbezüglich bietet auch der von Anthroposophen so gern hervorgehobene Doktortitel Steiners keine Gewähr für die Richtigkeit seiner Darstellung, er selbst hat jedoch auch auf die Vorläufigkeit seiner Schaungen hingewiesen. .

Der Logos, Christus, ist weder einer der Elohim noch ist der Logos "ein Gott" (wie Steiner den Anfang des Johannes-Evangeliums übersetzt), sondern eben der einzige Gott im Aspekt seiner Urweisheit. In diesen Punkten sind Steiners Aussagen fehlerhaft, da er etwa im Gegensatz zu Intermediarius keine Schau in die überkosmischen Regionen hatte. Joh. van der Meulen (=Intermediarius) hat die entscheidenden Defizite Steiners (Gott, Trinität, reine Geistwelt vor dem Fall, Luzifer und seine Fall <lange vor dem Mondenstadium>, Schaffung eines Zuganges in die eigentliche Himmelswelt durch Christus) richtig gestellt.
Christliches Geisteswissen ist in dieser Hinsicht Offenbarungswissen. Nur wem Gott einen Einblick in sein Wesen gewährt, kann einen Teil seiner Fülle erfassen. Der Geist weht, wo er will, und selbst einfachere Menschen als Steiner können vermittels dieses Geistes einen tieferen Einblick als er in das Wesen Gottes erhalten. Die Einsicht in diesen Sachverhalt steht der Anthroposophie als Demutslektion noch bevor.

Desgleichen entging Steiner, daß seit Golgatha jederzeit ein Ausscheiden aus dem "Rad der Wiedergeburt" möglich ist.

Der von ihm ausgearbeitete Schulungsweg hat jedoch unbestreitbar sein Gutes und einige wenige wie z. B. eine Ida Herrmann oder auch die schon erwähnte Johanna van der Meulen haben diesen Weg umgesetzt und sind zu entsprechenden Ergebnissen gekommen; beide wurden von der Anthroposophie nach Steiner nicht zur Kenntnis genommen bzw. abgelehnt.

Steiner legt außerordentlichen Wert auf präzises Denken, das - wie er meint - bis in die höheren Bereiche der Mentalwelt (Devachan) seinen Wert behalte, und viele Anthroposophen schauen verächtlich auf andere, nicht derart intellektuell entfaltete Wege herab. Die Anthroposophie wird sogar in der Art von anderen Wegen abgehoben, daß man meint, nun sei das Zeitalter der Bewußtseinsseele gekommen und da müsse man auch intellektuell die Geisteswissenschaft durchdringen (was kein Fehler ist für denjenigen, der das kann und dem dabei nicht die Bescheidenheit abhanden kommt). Wenn man aber weiß, daß es höhere Bereich gibt als die von Steiner beschriebenen, in denen das menschliche Denken nicht mehr diesen Wert besitzt, so verliert ein solcher "Doktor"-Standpunkt diese Bewertung. Ja, ein solcher kann sich leicht zu einem Hindernis aufbauen, wenn man meint, berechtigt zu sein, verächtlich auf die "einfältigeren" Wege herabschauen zu dürfen. Letztere haben durchaus ihren Sinn und führen unter Umständen - sofern sie mit einer größeren Bescheidenheit einhergehen - wesentlich schneller zum Ziel.

Andererseits muß man ebenso wissen, daß die Mehrzahl der Menschen, auch der Christenmenschen, zu einem solch direkten Weg derzeit nicht in der Lage sind. Was bleibt nun denen. Man erinnere sich an das Schema von Max Heindel über die verschiedenen Zyklen der kosmischen Entwicklung (Saturn-, Sonnen-, Monden-, Erdenstadium, Jupiter-, Venus-, Vulkanstadium) dieser Schrift. Hier werden die verschiedenen Zyklen der Verdichtung und der Zurückentwicklung ins Geistige wiedergegeben. Die Mehrzahl der gefallenen Geister folgt dieser langsamen, schrittweisen Zurückentwicklung. Für diese also ist es von größter Bedeutung, daß die Geisteswissenschaft hineinwirken in das kulturelle Leben und in dieses spirituelle Impulse einpflanzen.

Für die geistige Entwicklung eines ganzen Volkes, das in seiner Gesamtheit nicht in der Lage ist, eine Geistesschule zu besuchen, ist beispielsweise die Kenntnisnahme eines "Faust" von Goethe von aller größter Bedeutung. Sind doch in diesem Werk mannigfache spirituelle Geheimnisse verborgen, und daher ist ein solches Werk in der Lage, das allgemeine Volksniveau zu heben. Dieses erkannt zu haben, das Goethesche Erbe zu pflegen und in diesem Sinne geistiges Wissen auszuarbeiten, ist das große Verdienst von Rudolf Steiner. Wie kaum ein anderer hat Steiner den Wert des deutschen Geistesgutes auch in der Musik und der Philosophie erkannt und hervorgehoben.

Ebenso hat er ausgeführt, daß die dunklen Mächte diesem deutschen Geistesgut den Krieg erklärt haben und seit dem Ende des 19. Jahrhunderts andauernd den Versuch unternehmen, dasselbe auszulöschen. Aus diesem Blickwinkel gesehen, sieht auch die deutsche Geschichte anders aus: Sowohl der Erste als auch der Zweite Weltkrieg waren herbeigeführte Kriege. Hitler war ein schwarzmagisches Medium, den die dunklen Kräfte mit Geldern der Wallstreet in den deutschen Pelz gesetzt haben. Anfänglich, scheinbar zurecht, ging Hitler daran die Versailler-Verträge zu revidieren, die als Angelhaken und Falle für einen erneuten Waffengang konstruiert waren, und mit den Anfangserfolgen hat er das deutsche Volk hinter sich gebracht, um es dann um so gründlicher in den Abgrund führen zu können. Hitlers Politik den Juden gegenüber dient bis heute dazu, Deutschland moralisch zu knebeln, als Zahlmeister gefügig zu machen und allgemein am Boden zu halten.

Das, was nach dem ersten Weltkrieg noch nicht verwirklicht werden konnte, nämlich Deutschland zu besetzten, konnte nach dem 2. nachgeholt werden. (Deutsches Geschichtsbewusstsein hört heute meist beim Dritten Reich auf, und den Versailler-Vertrag im Zusammenhang mit Hitler zu erwähnen, ist derzeit politisch nicht erwünscht, da man damit ja auf eine Mitschuld der demokratischen Siegermächte aufmerksam machen würde. (Eines der wenigen Bücher, das einen regelrechten Kampf zwischen weißer und schwarzer Magie aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg schildert, ist der autobiografische Roman "Frabato" von Franz Bardon.)

Inzwischen wird ein weitergehender Wertezerfall ganz demokratisch durch die Massenmedien betrieben (Stichwort, Sex and Drugs and Rock `n` Roll). Die Pflege des deutschen Geistesgutes ist daher auch für Christen auf dem inneren Weg sinnvoll, Musik, Literatur, Philosophie. In dieser Hinsicht macht sich die Waldorfschulbewegung durchaus verdient, aber auch Teile der gymnasialen Schulausbildung (ich verweise hier noch mal auf Goethes Faust, in dem weite Teile des esoterischen Wissens enthalten sind, die nur kein "normal-studierter" Deutschlehrer versteht, weswegen ein spiritueller Hintergrund zum Verständnis eines solchen Werkes fast unabdingbar ist, ähnliches gilt auch z. B. für die Werke von Platon). An der Waldorfschulbewegung, der biologisch-dynamischen Landwirtschaft, der anthroposophischen Medizin und den zahlreichen anthroposophischen Werkstätten für Behinderte werden die enormen praktischen Impulse sichtbar, die R. Steiner aus seiner geistigen Schau und seinem intellektuellen Genie der Nachwelt vermitteln konnte.

Eines seiner Hauptanliegen war jedoch, die Menschen auf die Wiederkunft des ätherischen Christus hinzuweisen und vorzubereiten (nicht des sog. Maitreya-Christus), was jedoch in der heutigen Anthroposophie ziemlich untergegangen ist.

Steiners Tragik bestand darin, keinen auf seiner Höhe stehenden Nachfolger hervorgebracht zu haben, daher besteht leider die Gefahr, daß sein Werk zwischen Dogmatisierung und Revidierung zu Schaden kommt. Die starke Intellektualität Steiners konnte viele seiner Nachfolger, die nicht seine spirituelle Reife besaßen, in einen intellektuellen Hochmut hineinführen, was auf die spirituelle Qualität wiederum ganz fatale Auswirkungen hat. Außenseiter, die in seinem Sinne versuchen weiterzuarbeiten, wie z. B. eine Ida Hermann oder heutzutage ein G. Bondarew wurden und werden leider von der anthroposophischen Hauptströmung (den Leitern in Dornach und anderen führenden Vertretern der anthroposophischen Gesellschaft) abgelehnt. (Die Auseinandersetzungen Bondarews mit der Führung in Dornach sind zutiefst abstoßend und zeigen, daß dort mehr Verwalter des Erbes Steiners sitzen als spirituelle Menschen. Siehe den Anhang zur Broschüre, Stimme aus dem Osten von G. Bondarew, zu beziehen über den Lochmann.Verlag, Basel.)

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